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Les Chroniques Pantoufles

Le blog d’Isi : les idées dictées du cerveau d’une brunette aux pensées blondes.

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„Kolumne : Miss Friday“ (2)

„Das Stylegirl sich den neuen Film über den Heiligen Yves Saint Laurent an. Vor Ehrfurcht hört sie nicht auf zu weinen.
YSL, I love you! Eigentlich fing alles ganz und fast harmlos an: Sonnenuntergang, Schwanengesang, Weisswein, der zwar rosa war, aber trotzdem ok (er war offeriert – nun ist nicht alles, was umsonst ist, auch gut, aber eben, einem Geschenk Gaul schaut man nicht ins Maul). Ich trug Schuhe in Wolkenkratzerhöhe und bekam folglich viele Komplimente für meine Beine. Niemand wusste, dass ich nach fünf Stunden in diesen Schuhen ein Fall für den orthopädischen Notfall sein würde. Ich dachte an Oma und ihr Credo „Wer schön sein will, muss leiden“ und machte ein kühles Gesicht zu brennenden Füssen. Bis ich anfing zu weinen, ganz leise und zwei Stunden lang – denn ich schaute den Film „L’amour fou“. Darin erzählt Pierre Bergé über sein Leben und seine grosse Liebe, den an seinem Genie leidenden Yves Saint Laurent. Man sah einen Opa, der mit der grössten anzunehmenden Würde aus dem Nahkästchen plauderte. Über das Power-Couple-Sein, das Hippie-Nacht-leben im Marrakesch der 60erJahre (Gott segne Talitha Getty) und Yves‘ Abstürze. Und wie das Leben nicht schöner wurde. Dazu die herrliche Kleider und eine Kunstsammlung. Deren einziger Zusammenhang die Sehnsucht nach Schönheit ist. Wer müsste da nicht weinen?
I cry only golden tears! Ich jedenfalls konnte mich angesichts dieses Bundes fürs Leben, dieser bedingungslosen, wahren und einzigartigen (die ganz nebenbei noch die Mode revolutionierte) überhaupt nicht mehr beruhigen. Bis die Moderatorin den anwesenden Regisseur fragte: „50 years of monogamy – is that possible?“ Niemand im Saal wusste Rat, der arme Regisseur am wenigsten. Noch fragwürdiger war nur der Kommentar „Ich wusste gar nicht, dass die schwul waren“. Es ging hier weder um sexuelle Orientierung noch um Monogamie – sondern um LIEBE und FREIHEIT! Darum, wie man es schafft, den geliebten Menschen nicht an der nächsten Ecke zu verlassen, nur weil mal nicht nach Hause gekommen ist. Ich liess mich nach Hause tragen. Und am nächsten Tag kaufte ich mir ein Paar neue Schuhe. YSL natürlich! Und trinke ab sofort und bis auf Weiteres nur noch marokkanischen Minztee.“
Je sais que nous ne sommes pas vendredi, mais jeudi! Miss Friday a refait surface vendredi dernier où je voulais vous partager cet article. Sauf que, faute de temps, je ne lai pas publiéOui cet article est en allemand. Je vous avais prévenu qu’il y en aurait de temps en temps. Miss Friday n’a pas fini de venir faire son tour dans Les Chroniques Pantoufles.
Source : Miss Friday, Kolumne, „Friday“ 20 Minuten, 27 Mai bis 2. Juni 2011 No 21, Seite 32
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